Social Media – Klassische Kommunikation und Web 2.0 verbinden:
1. Was ist Social Media?
Der Begriff Social Media beschreibt digitale Medien und Technologien, die den Dialog zwischen Internetnutzern ermöglichen. Das Prinzip basiert auf „User Generated Content“ (durch den Nutzer erstellte Inhalte). Dies bedeutet, dass die aktive Mitgestaltung von Inhalten und die gezielte Platzierung von Themen möglich wird. Benutzer werden von Konsumenten zu Produzenten. Ergo: Das Internet mit seinen sozialen Netzwerken und Plattformen wie Twitter, Facebook, XING etc. bildet die Plattform für den bilateralen Austausch und löst einseitige Kommunikationsstrategien ab.
2. Die wichtigsten Fakten zu Social Media
Die Studie „Wie nutzen Deutschlands größte Marken Social Media 2009“ hat ergeben: 60 Prozent der 100 größten Marken nutzen bereits heute Social Media und 5 Prozent bedienen mehrere Plattformen gleichzeitig. Je aktiver dies betrieben wird, desto stärker sind Faktoren wie Resonanz der Internetnutzer und Suchmaschineneffekt. Twitter hat sich in der Studie als der beliebteste und am häufigsten genutzte Dienst herauskristallisiert – gefolgt von Facebook, YouTube und Unternehmensblogs. Facebook verfügt derzeit allein in Deutschland über 11 Millionen Nutzer, weltweit über mehr als 500 Millionen. Twitter verzeichnet aktuell in Europa über 22 Millionen User. Und die Corporate-Nutzung steigt dabei stetig rasant an.
3. Die Ursache für die hohe Nachfrage
Das Internet läuft den Printmedien langsam, aber sicher den Rang ab – besonders in Bezug auf Nachrichten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Der Wunsch nach schnellen und kurzen Informationszyklen, direkter Verfügbarkeit und der Kostenfaktor sind stichhaltige Argumente für viele Nutzer. Hinzu kommt das Bedürfnis nach Interaktion. Nach und nach entwickeln sich so veränderte Lese-, Seh-, Such- und Anwendungsgewohnheiten.
4. Die Auswirkungen des Medienstrukturwandels
Durch das neue Kommunikationsverhalten der Öffentlichkeit stehen Medien und Marketingabteilungen vor neuen Herausforderungen. Sie beide müssen umdenken: Verlage stehen vor der Aufgabe, Inhalte ins Internet zu verlagern und sie dort attraktiv zu machen. Kommunikatoren hingegen sind gefordert, neue Werkzeuge und Kanäle zu analysieren und einzusetzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Hierzu gehört unter anderem die intensive Nutzung von Suchmaschinen, Blogs, Online-Medien etc.
5. Der bisherige klassische Kommunikationsweg: Einbahnstraße
Vor Aufkeimen des Web 2.0 haben Unternehmen neben dem persönlichen Gespräch (das sehr aufwändig ist, um Breitenwirksamkeit zu erzielen) mit ihren Zielgruppen über Tools wie Brief, Fax, Mailings, CRM-Maßnahmen und Pressemeldungen kommuniziert. Letzteres unterlag der Selektion durch die Redaktionen, musste also eine Hürde überwinden, bevor die Information in die Öffentlichkeit gelangte. Auch die anderen Wege waren zum Teil sehr aufwändig und meist einseitig.
6. Die Chancen
Der Vorteil des Web 2.0: Kommunikatoren können heute unter vielen neuen technischen Optionen wählen und haben die Möglichkeit, ihre Zielgruppen ohne Umwege direkt zu erreichen. Die Informationen gelangen direkt auf die Plattformen, auf denen sich die User bewegen. News können in Echtzeit gepostet werden und sind somit umgehend verfügbar. Auch ist hier die Interaktion möglich. Durch das Social Media-Sharing (Verlinken und Vernetzen) auf populären Websites in Verbindung mit der eigenen Internetseite können echte Suchmaschinen-Vorteile erzielt werden. Allen voran steht jedoch die richtige Strategie. Denn ohne Hintergrundwissen und professionelle Planung kann der Schuss nach hinten losgehen.
7. Die Risiken
Die Tatsache der zunehmenden Informationskanäle und Suchmaschinen, die es zu erfassen und bedienen gilt, kann sich jedoch auch zum Nachteil auswirken. Denn bei der Vielfalt der neuen Tools ist es essenziell, den Überblick zu behalten und zu sondieren, welche Plattformen wichtig sind und welche nicht. Wird beispielsweise im Twitter-Profil einfach drauf los gezwitschert, kann dies wichtige „Follower" (Benutzer die Ihre Nachrichten abonniert haben) kosten. Denn persönliche Statements und unprofessionelle Nachrichten gehören nicht in die Portale – das Internet vergisst nichts und die Zielgruppe erst recht nicht. Die rasante Verbreitung und Dynamik in Kombination mit der breiten Zielgruppe kann aus dem Ruder laufen, wenn es keine festen Zuständigkeiten und keine Kontrollmechanismen gibt. Insofern gilt: Social Media soll ein positiver Zugewinn für das Unternehmen sein und keinen Imageschaden verursachen.
8. Die richtige Strategie
Ein gut durchdachtes professionelles Konzept ist die Basis für die erfolgreiche Nutzung von Social Media. Um dieses erfolgreich in die Tat umsetzen zu können, steht an erster Stelle die Analyse. Welche Tools eignen sich für das Unternehmen am besten? Der Aufbau eines Blogs auf der Firmen-Website, suchmaschinenoptimierte Pressemeldungen, der Einsatz von Multimedia (Fotos, Videos etc.), Social Networks, mobile Apps – der Handlungsspielraum ist so umfassend wie individuell. Im nächsten Schritt gilt es, die Umsetzung vorzubereiten und Fragen zu beantworten wie: Über welches Know-how der neuen Kanäle und Tools verfügt das Unternehmen? Gibt es interne Kompetenz und Potenziale, die genutzt werden können? Sind die Ressourcen (Zeit und Manpower) vorhanden? Absolute Voraussetzung für den Einsatz von Social Media ist: am Ball bleiben! Nur die regelmäßige Pflege und Interaktion bringen den Erfolg.
Fazit: Es sollte sich nicht mehr die Frage stellen, ob Web 2.0-Maßnahmen notwendig sind, sondern wie sie genutzt werden können. Die klassische Kommunikation verliert dabei nicht an Bedeutung, sie wird lediglich um neue Tools ergänzt. Daher reicht es heute nicht mehr allein, die Klaviatur der bewährten Maßnahmen zu beherrschen, sondern es gilt, den Horizont zu erweitern und sich für die Zeichen der Zeit zu wappnen. Nur, wer hier am Ball bleibt, wird auf Dauer in der ersten Marketing-Liga spielen.